Letzte Änderung:

09.06.2003

BuiltWithNOF

Eine Trekkingtour zu den Inseln in der Zeit - Auyan Tepui

Wohl eine der abenteuerlichsten Dschungeltouren auf dem Südamerikanischen Kontinent kann man in die Gran Sabana abseits der üblichen Touristenpfade unternehmen: die Besteigung des Auyan-Tepui.

Tepuis sind nicht irgendwelche Berge sondern bis zu 3000m hohe Tafelberge aus Sandstein, die sich aus der Ebene (Gran Sabana) erheben. Durch den großen Höhenunterschied, der sich zwischen Ebene und Berg ergibt, ist ein Transport von Biomaterial nicht mehr so ohne weiteres möglich, wodurch sich eine besondere edemische Vegetation (fleischfressend!) auf den Bergen ausbilden konnte. Die Berge sind so groß, daß auf ihnen Flüsse fließen, die sich in Kaskaden über die Seitenwände der Tepuis stürzen.

Die Tafelberge selbst werden aus einem uralten Sandstein gebildet. Die Flüsse haben sich tiefer und tiefer in diese alte Sandsteintafel gegraben und somit riesige Insen stehen gelassen. Auf grund des großen Höhenunterschiedes kann nur noch Biomasse von oben nach unten getragen werden, wodurch sich eine spektakuläre, urzeitliche Fauna ausbilden konnte.

Der Trek beginnt in Kavac am Fuß des Auyan. Man umwandert den Berg zuerst etwa einen Tag lang, um an die Südflanke zu kommen. Von dort aus kann man den Berg auf einem wenig ausgetretenen Pfad besteigen. Noch am ersten Tag wird die erste von drei Höhenstufen bezwungen. Das Camp liegt an einem der Schwarzwasserbäche, die vom Berg herabströmen. Das Wasser ist sehr sauer und Coca-Cola-braun, man merkt den Säuregrad beim Baden auf der Haut. Der Vorteil ist allerdings, daß sich entlang der Schwarzwasserflüsse nicht so viele Moskitos ansiedeln..

Auyan Tepui von Kavac aus gesehenn. 2000m Aufstieg !

Drei Höhenstufen sind zu überwinden

Durch diesen Kamin gehts hinauf auf den Tafelberg

Am zweiten Tag bezwingt man die zweite Höhenstufe und dritte Höhenstufe. Das Lager nennt sich El Penon, ein großer Felsen, unter dem man das Nachtlager (Schlafsack auf Sandboden) aufschlagen kann. Man hat bereits von hier eine fantastische Sicht auf die Sabana und kann die Gewitter toben sehen, die sich über den benachbarten Tepuis entladen.

Der dritte Tag ist der eigentliche Härtetest: man steigt auf bis zur vierten Höhenstufe: eine etwa 400m hohe Granitwand. Besteigen scheint zuerst unmöglich, wandert man jedoch ein Stück an der Wand entlang, so wird ein kleiner Kamin sichtbar, durch den man im wesentlichen ohne bergsteigerische Fähigkeiten die Wand bezwingen kann.

Breite Flüsse laden AUF dem Berg zum Baden ein. Alles sind stark säurehaltig und können durch Regen um Meter ansteigen.

Oben angekommen eröffnet sich eine völlig neue Welt: eine zerklüftetete, von Regenwasser-Flüssen durchflossene Ebene, teils durchsetzt von Flächen, die mit fleischfressenden Pflanzen durchsetzt sind.

Verwitterte Oberfläche mit fleischfressenen Pflanzen. Alle Arten sind edemisch ! Der Berg ist wohl der Traum eines jeden Biologen.

Auf dem Berg muß man noch etwa 2..3 Stunden wandern, bisweilen sogar Flüsse auf dem Tepui durchqueren, bis man an einen einzeln stehenden Felsen kommt. Dann ist das Camp El Oso erreicht, welches sich in einer Höhle im Felsen befindet.

Folgt man den Flußläufen Richtung Norden, so kommt man an den Salto Angel, den mit knapp 1000m höchsten Wasserfall der Welt. Das Wasser der Flüsse ist völlig goldfarben, da es mit Säuren der fleischfressenden Pflanzen angereichert ist.

Der Abstieg und die Rückkehr nach Kavac dauert etwa 2 Tage

Coca-Cola-farbener Fluß. Er speißt den Salto Angel, den hösten Wasserfall der Erde.

[Home] [Südamerika] [Bolivien] [Chile] [Ecuador] [Peru] [Venezuela] [Karibik] [Afrika] [Asien] [Europa] [Australien]